Corippo

Um 1850 lebten hier rund 300 Leute. Einige Jahrzehnte später nahm die Einwohnerzahl stark ab. Viele wanderten aus. Die meisten zog es als Minenarbeiter oder Farmer nach Amerika. Immer wieder kommt es vor, dass Nachkommen dieser Corippesi in dem kleinen Örtchen auftauchen, um sich das Haus ihrer Vorfahren anzuschauen. Corippo zählt heute 12 gemeldete Einwohner und ist somit die «kleinste politische Gemeinde der Schweiz». Claudio Scettrini ist mit 53 Jahren der jüngste Einwohner von Corippo und zugleich auch Bürgermeister. Alle anderen haben das Rentenalter bereits erreicht.
Seit 1975 steht das Dorf unter strengem Denkmalschutz. Viele Tessiner Dörfer fallen durch verstreute Bauten aus ihrer ursprünglichen Form. Nicht so Corippo. Für die Bewohner oder Investoren der kleinen Gemeinde bedeutet der «Schutz» aber auch strenge Bauvorschriften. Mit dem Ziel das einmalige Dorfbild zu schützen und die denkmalpflegerischen Pläne umzusetzen, wurde 1975 die mit Bundes- und Kantonsmitteln ausgestattete Stiftung «Corippo» gegründet. Ein weiteres Ziel der Stiftung, welches die Wiederbelebung des Dorfes vorsah, bleibt bis heute unerfüllt.